gototopgototop

английский

итальянский

немецкий

нидерландский

датский

шведский

норвежский

исландский

финский

эстонский

латышский

литовский

греческий

албанский

китайский

японский

корейский

вьетнамский

лаосский

кхмерский

бирманский

тайский

малайский

яванский

хинди

бенгальский

сингальский

тагальский

непальский

малагасийский

Сказка «Тайна заброшенного замка» (Das Geheimnis des verlassenen Schlosses) на немецком языке

Книга «Тайна заброшенного замка» (Das Geheimnis des verlassenen Schlosses) на немецком языке – читать онлайн, автор сказки – Александр Волков. Это последняя книга из серии фэнтези Александра Волкова, и она существенно отличается от предыдущих 5-ти сказок. Если герои из книги «Волшебник Изумрудного города» жили в сказочном Средневековье, то эти герои книги «Тайна заброшенного замка» живут в фантастическом мире будущего с технологиями будущего.

Все сказки этой серии, которые написал Александр Волков, вы найдёте в разделе «Сказки на немецком». Для детей также будет интересным раздел «Мультфильмы на немецком языке».

Для самостоятельно изучающих немецкий язык по фильмам создан раздел «Фильмы на немецком языке».

Для тех, кто планирует учить немецкий язык не только самостоятельно, но и с преподавателем, есть информация на странице «Немецкий по скайпу».

 

Возвращаемся к чтению сказки Александра Волкова «Тайна заброшенного замка» (Das Geheimnis des verlassenen Schlosses) на немецком языке. На этой странице можно читать онлайн первые несколько глав книги, а в конце страницы будет ссылка на продолжение сказки «Тайна заброшенного замка».

 

Das Geheimnis des verlassenen Schlosses

 

Die Ausserirdische

Das Zauberland und seine Metropole, die Smaragdenstadt, bevölkerten Stämme von kleinen Menschen - Käuer, Zwinkerer und Schwätzer -, die ein sehr gutes Gedächtnis für alles hatten, worüber sie sich wunderten.

Verwunderlich war für sie das Erscheinen des kleinen Mädchens Elli, deren Häuschen die böse Hexe Gingema wie eine leere Eierschale zerdrückt hatte. Nicht von ungefähr nannten sie Elli deshalb die Fee des Tötenden Häuschens.

Nicht geringer war die Verwunderung der Bewohner des Zauberlandes, als sie Ellis Schwester Ann kennenlernten. Auch sie erschien ihnen als Märchenfee. Sie kam auf einem etwas ungewöhnlichen Maulesel geritten, der sich vom Sonnenlicht ernährte, und trug einen Silberreif im Haar, der jeden, der ihn aufsetzte, wenn er zudem den Rubinstein berührte, unsichtbar machte.

Noch viele, viele wundersame Ereignisse, über die die Bewohner erzählen könnten, begaben sich im Zauberland. Nur von einem Wunder wußten sie kaum etwas, wie nämlich ihr Land zum Zauberland geworden war. Es war ja nicht immer von der übrigen Welt durch die Große Wüste abgeschnitten und von den uneinnehmbaren Weltumspannenden Bergen umgeben. Nicht immer hatte über diesem Land die ewige Sonne geleuchtet, nicht immer hatten Vögel und Tiere hier mit Menschenstimmen gesprochen.

Zum Zauberland hatte es der große Zauberer Hurrikap gemacht.

Hurrikap war zu jenen Zeiten schon alt und gedachte, in den Ruhestand zu treten, weil er sich nach Stille und Einsamkeit sehnte. Deshalb errichtete der mächtige Zauberer ein Schloß weit entfernt vom Zauberland, am Fuße der Berge, und verbot den Bewohnern aufs strengste, sich seiner Wohnstatt zu nähern. Er verwehrte es ihnen sogar, sich seines Namens zu erinnern.

Die Bewohner erstaunte das zwar, doch sie glaubten, daß Hurrikap in der Tat keine Menschenseele brauche. So vergingen Jahrhunderte und Jahrtausende. Die stillen kleinen Leute, die die Anordnung des Zauberers befolgten, bemühten sich, ihn zu vergessen, und keiner bekam ihn jemals zu Gesicht. So geschah es, daß auch Hurrikaps Wunder allmählich in Vergessenheit gerieten.

Dafür konnten sich die guten Einwohner des Landes von Hurrikap niemals über Bösartigkeiten verwundern und vergaßen sie deshalb recht schnell. Wieviel Not hatte allein Urfin Juice über sie gebracht, der versucht hatte, das Zauberland zuerst mit seinen Holzsoldaten und später mit seiner vielzähligen Armee der Marranen zu erobern. Doch was geschah?

Kaum hatte Urfin über sein Leben nachgedacht und es abgelehnt, der bösen Riesin Arachna zu helfen, da vergaßen ihm die guten Einwohner bereits alle Kränkungen und hielten ihn fortan für einen guten Menschen. Sie waren fest davon überzeugt, daß, wer einmal Gutes vollbracht hat, niemals mehr Böses tun kann.

Das Interessanteste war, daß die weiteren Ereignisse ihnen recht gaben. Nachdem die Freunde aus der Großen Welt, Ann, Tim und der Seemann Charlie Black, ihnen geholfen hatten, die böse Zauberin Arachna zu besiegen, blickten sie wieder fröhlich zum klarblauen Himmel auf, an dem keine Spur mehr vom Gelben Nebel zu sehen war, den Arachna ihnen geschickt hatte.

Wieder lebten die freundlichen Bewohner des Zauberlandes ruhig und glücklich dahin und fürchteten keine Gefahr. Die zog indes schon herauf, und wer hätte es glauben können, sie drohte ihnen vom wolkenlosen Himmel.

Ein gewaltiges Sternschiff näherte sich vom Planeten Rameria der Erde. Es jagte mit einer ungeheuren Geschwindigkeit durch den Weltraum - 150000 Kilometer in der Sekunde. Wie der Sternpilot Kau-Ruck im Bordbuch vermerkte, „durchfurchte das Sternschiff schon siebzehn Jahre die Sternenwüste". In diesem Zeitraum hatte es einen sehr langen Weg zurückgelegt, für den das Licht neun Jahre gebraucht hätte. Dieser schnellste Läufer im All bewegt sich nämlich mit einer Geschwindigkeit von 300000 Kilometern in der Sekunde fort. Nun mag man sich ausrechnen, wie weit die Entfernung vom Planeten Rameria bis zur Erde ist.

Doch die Abgesandten des fernen Sterns hatten nichts von dieser langen Reise bemerkt. Für sie war die Zeit stehengeblieben, als fast die gesamte Besatzung in einen Zustand der Anabiose fiel. So bezeichnet man einen langwährenden Schlaf bei tiefer Unterkühlung. Die Sternschiffer waren in speziellen Flugschlaf-Sektionen untergebracht und schliefen dort arglos bereits reichlich siebzehn Jahre.

Die Zeit hatte ihre Macht über sie verloren. Das war ein echtes Wunder. Selbst wenn man die Sternschiffer erst nach tausend Jahren wecken würde, so würden sie in derselben Verfassung erwachen, in der sie seinerzeit eingeschläfert worden waren.

Einem Uneingeweihten mochten die Sektionen wie riesige Kühltruhen mit einer Vielzahl von Zellen erscheinen, in denen jeweils ein Besatzungsmitglied lag. Die Oberfläche der Zellen war spiegelblank poliert. Bei genauem Hinsehen bemerkte man rote, blaue und grüne Reglerventile. Dazwischen blinkten die verschiedenfarbigen Lämpchen der Kontrollapparatur.

Der Pilot Kau-Ruck saß im Raumobservatorium, berechnete die Position des Raumschiffs und zeichnete den Kurs auf der Sternkarte ein. Außer Kau-Ruck wachten noch drei Männer: der Kommandant, General Baan-Nu, der im Kartenraum die Daten der Geräte kontrollierte; der Arzt Lon-Gor, der den Zustand der schlafenden Besatzung, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Raumschiff überwachte, die Zusammensetzung des Sauerstoffs sowie die Zuführung des Kühlmittels, des flüssigen Heliums, regelte. Dann war da noch der Flieger Mon-So, der treue Adjutant des Generals, der stets dienstbeflissen alle Anordnungen ausführte und sich niemals einen Einwand oder gar Widerspruch anmaßte.

Die Stille in den Flugschlaf-Sektionen schien bereits eine Ewigkeit zu währen. Bisweilen nur ertönte in der Kajüte des Arztes das herrische Signal der Sirene. Dann glitt Lon-Gor rasch, fast unhörbar zu den Zellen, schaltete ein grünes, rotes oder blaues Ventil um, und wieder trat Stille ein.

Mon-So hatte nichts zu tun. Seine Flieger schliefen in ihren Zellen, und Bücher las er nicht gern. Deshalb spielte er meist für sich allein in der Kajüte „Kreuzchen". Hin und wieder streifte er auch ziellos durch die Korridore oder spielte Fußball in den Gängen; das tat er jedoch nur, wenn alle anderen schliefen. Er war Torwart der Fußballmannschaft und mußte trainieren, um fit zu bleiben. Auf Rameria war es üblich, daß jedermann Sport trieb.

Die vier Sternschiffer, die die Weltraumwacht übernommen hatten, machten allmorgendlich, auch hier auf dem Raumschiff, eine besondere Fluggymnastik. Selten einmal verspätete sich dazu Kau-Ruck, höchstens, wenn er sich in einem interessanten Buch festgelesen hatte. Es mußte nicht unbedingt von der Geschichte eines Volkes, von einem außergewöhnlichen Charakter oder von spannenden Abenteuern handeln. Kau-Ruck las genauso gern Bücher über technische Probleme.

Vor dem Abflug hatte der Oberste Gebieter auf Rameria, Guan-Lo, zum General gesagt: „Kau-Ruck ist der befähigste Ihrer Besatzung. Nur aus einem einzigen Grunde ernenne ich ihn nicht zum Kommandanten, er ist nicht zuverlässig genug."

Dafür wurde er zum stellvertretenden Kommandanten bestellt.

 

Ilsors Erwachen

An dem Kommandanten Baan-Nu, dem Flieger Mon-So, dem Piloten des Sternschiffs und dem Bordarzt war die Zeit allerdings nicht spurlos vorübergegangen. Während des Fluges waren sie um genau siebzehn Jahre gealtert. Nun wurde auf Rameria das Alter allerdings anders berechnet, denn die Bewohner lebten dort dreimal länger als auf der Erde. Deshalb waren die vier Sternschiffer, die die Wache übernommen hatten, für ramerianische Begriffe noch immer jung und im Vollbesitz ihrer Kräfte.

Von keinem außer den vier wachenden Sternschiffern wurde die Stille im Raumschiff gestört. In den Kajüten, in den Diensträumen, im Maschinensaal und auf den Gängen war es leer, deshalb schien das Raumschiff unbewohnt.

In Wirklichkeit gab es noch einen, der nicht schlief, oder, besser gesagt, der sich im Zustand des Erwachens befand. Das war Ilsor, der Diener von General Baan-Nu. Er war auf Befehl des Generals geweckt worden. Baan-Nu war es müde, ohne seinen Diener auskommen zu müssen. Deshalb ärgerte ihn seit langem einfach alles: Die Türen knallten zu laut, Kugelschreiber und Filzstifte schrieben schlecht, das Essen aus den Konservenbüchsen schmeckte nicht, und das Bett war ihm zu hart. Der Kommandant hätte eher den Arzt Lon-Gor gezwungen, ihn zu bedienen, als noch länger auf das Erwachen der Raumschiffbesatzung zu warten. Er war es nicht gewohnt, sich allein anzukleiden und auf sein Äußeres zu achten. Deshalb hatte sein rothaariger zerzauster Bart märchenhafte Ausmaße angenommen; der Jacke, die er über den Overall gezogen hatte - er ersetzte ihm die Uniform - fehlten alle Knöpfe und dem völlig zerknautschten Overall die Reißverschlüsse. Die Ärmel hingen dem General in Fetzen herab, weil er ständig irgendwo hängenblieb, außerdem hielt es Baan-Nu kaum der Mühe wert, den linken vom rechten Stiefel zu unterscheiden: So trug er den rechten Stiefel ständig am linken Fuß, und das war selbst dem General höchst unbequem.

Lon-Gor hatte lange zunächst ein Ventil und dann ein anderes gedreht, bis es sperrte. Anschließend hatte er gewartet, bis alle verschiedenfarbigen Lämpchen aufhörten zu blinken und somit das volle Auftauen anzeigten. Endlich öffnete sich eine glänzend polierte Zelle, und der dort eingeschlossene Ilsor wurde von Mon-So und Kau-Ruck auf Befehl des Kommandanten aufgerichtet und aus der Sektion in die Kajüte des Arztes gebracht.

„Na, du Tagedieb, steh auf", sagte der General munter, als Ilsor unter Lon-Gors Aufsicht aus der Sektion fortgetragen wurde.

Ilsors Erwachen ging nur langsam vonstatten. Er schaukelte sanft auf der aufgehängten Luftmatratze hin und her, die an eine Hängematte erinnerte, wie sie gewöhnlich die Matrosen in ihren Kojen benutzen.

Der Raumflieger nahm eine Sonderstellung ein: Ilsor war dem General nicht nur ein treuer Diener, er war auch ein hervorragender Erfinder. Nach seinem Entwurf war das Sternschiff gebaut worden, auf dem die Menviten zur Erde flogen. Es hieß „Diavona", was in der Sprache der Auserwählten „Die Ungreifbare" bedeutet.

Ilsor schlief. Miteins zuckte er zusammen, erwachte je doch noch immer nicht und öffnete auch nicht die Augen. Er spürte lediglich, wie sich Baan-Nu über ihn beugte.

Die Worte des Bordarztes tönten dumpf wie aus einer Tonne. Lon-Gor wiederholte mehrmals „Das Erwachen braucht Zeit. Das Erwachen braucht Zeit."

Der General glaubte natürlich nicht, daß sein Diener Zeit brauchte. Deshalb machte er eine ungeduldige Bewegung. Er streckte die Hand aus und schlug Ilsor derb auf die Schulter. Seiner Ansicht nach hätte der Diener beim ersten Anruf aufspringen müssen.

Doch als er merkte, daß seine Versuche, Ilsor aus dem Schlaf zu reißen, fruchtlos blieben, ließ Baan-Nu von ihm ab.

 

Arsaken und Menviten

Ilsor begriff noch immer nicht, daß er sich auf dem Sternschiff befand. Er erwachte. Das war ein Gefühl, als würde sein ganzes Leben auf Rameria noch einmal an seinen Augen vorüberziehen. Er sah die ferne Heimat vor sich, sah sein Volk, die Arsaken, und ihre Häuser, die an aufgetürmte Felsbrocken erinnerten, an den Silberbergen. Nicht nur die Berge glänzten dort silbern, über ganz Rameria lag ein sanftes graues Leuchten. Silbern glänzte die Erde, das Gras, Bäume und Sträucher, und es war, als ob die Blätter, wenn man sie nur mit der Hand berührte, zu klingen anhöben.

Auf dem Planeten Rameria lebten Arsaken und Menviten.

Die Arsaken waren freundlich und vertrauensselig wie Kinder. Sie hatten aufmerksame Augen und einen offenen Blick.

Sie waren ein begabtes Volk. Unter den Arsaken gab es viele Künstler, Ärzte, Wissenschaftler, Schriftsteller, Konstrukteure, Ingenieure und Lehrer. Sie besaßen reiche Kenntnisse und waren stets bereit, sie ihren Nachbarn, den Menviten, weiterzugeben.

Das taten sie mit großer Freude. Doch die Menviten waren von teuflischer Arglist. Sie hatten einen Obersten Gebieter, Guan-Lo. Er war zudem ein Zauberer und vermochte, andere zu hypnotisieren und ihnen seinen Willen aufzuzwingen. Versuchte einer, ihm zu widersprechen, so starrte Guan-Lo ihm in die Augen, und der andere verstummte. Diese Kunst hatte der Oberste Gebieter unter dem Siegel der tiefsten Verschwiegenheit von seinen Vorfahren geerbt und sie die Menviten gelehrt. Er hatte nämlich sehr bald erkannt, daß die Arsaken ein begabtes Volk waren.

Guan-Lo dachte also bei sich: Man muß dieses Volk zwingen, uns zu Diensten zu sein. Schon früh hatte der Oberste Gebieter bemerkt, daß die Arsaken wohlerzogene Leute waren. Wenn man mit ihnen sprach, schauten sie einem arglos in die Augen. In solchem Moment war es ein leichtes, den Zauber wirksam werden zu lassen.

Euch wird eure gute Erziehung noch teuer zu stehen kommen, dachte Guan-Lo bei sich und knurrte sogar vor Befriedigung. Ihr seid schon heute unsere Sklaven und werdet uns, glaub ich, treue Dienste leisten. Den Menviten be gann er einzureden, daß sie das auserwählte Volk seien und daß alle anderen vernunftbegabten Wesen lediglich dazu geschaffen seien, ihnen zu dienen. Der Erfolg ließ nicht auf sich warten. Die Menviten warfen sich zu Herren, zu Auserwählten, auf und machten die Arsaken zu ihren Sklaven.

Das war ein sehr trauriges Kapitel in der Geschichte der Arsaken.

Als erstes nahmen die Auserwählten den Arsaken ihre melodische ausdrucksvolle Sprache.

Das heißt, zunächst lehrten sie sie das Menvitische. Nun hatten sich die Arsaken zwar schon seit langem mit den Menviten verständigen können, fortan verlangten die Menviten jedoch, daß die Arsaken die menvitische Sprache in höchster Vollendung beherrschten wie ihre Muttersprache. Die Arsaken, von Natur wissensdurstig, hatten in der Tat großes Interesse für die Sprache des Nachbarvolkes. Ohne die Gefahr zu ahnen, in die sie sich begaben, erlernten sie rasch die Sprache der Auserwählten und beherrschten sie bald ebenso gut wie ihre Muttersprache.

Darauf verboten die Menviten ihnen, arsakisch zu sprechen, und schlossen alle arsakischen Schulen. Dann heckten sie einen noch teuflischeren Plan aus.

Sie luden die Arsaken zu einem rauschenden Fest in den Schloßpark des Obersten Gebieters und begannen die Arsaken an der Festtafel zu hypnotisieren. Ilsor konnte sich gut des ersten Befehls der Menviten erinnern. Er lautete:

„Schau mir in die Augen, schau mir in die Augen und leiste mir Gehorsam, oh Fremdling!"

So begann das vermeintliche Festmahl. Als wohlerzogene Menschen sahen die Arsaken ihren Gastgebern in die Augen und verfielen dem Zauberbann. Die Menviten forderten von ihnen, ihre Muttersprache zu vergessen, und die Arsaken vergaßen sie.

Dann geschah noch etwas viel Schrecklicheres. Die Menviten befahlen den Arsaken zu vergessen, daß sie freie Menschen sind. Und die Arsaken folgten auch diesem Befehl.

Sie blieben nach wie vor Erfinder, Wissenschaftler und Künstler. Sie verwirklichten ihre Ideen meistenteils selbst, denn sie waren gewohnt, nicht allein mit dem Kopf, sondern auch mit den Händen zu arbeiten.

So geschah es denn, daß die Arsaken nicht nur hervorragende Landwirtschafts- und Werkzeugmaschinen konstruierten, Kunstwerke für die Menviten schufen, sondern auch die Raumfahrt entwickelten und Raumschiffe für sie bauten. Die Menviten nutzten die fremden Erfindungen und Kenntnisse. Sie besetzten die Schlüsselstellungen in der Industrie und Landwirtschaft von Rameria. Sie nannten sich Ingenieure, Ärzte, Pädagogen und Agronomen, obwohl sie überall auf Feldern, in Fabriken und Verwaltungen nur die Rolle von Aufsehern spielten. In Wirklichkeit vollbrachten alles, was die Menviten sich zuschrieben, jedoch die Arsaken. Aber kaum hatten sie etwas entdeckt, entwickelt, erfunden, so vergaßen sie auch schon, daß es ihre Entdeckung, Entwicklung oder Erfindung war. Sie schienen selbst überzeugt, zu nichts anderem zu taugen, als schwere körperliche Arbeiten zu verrichten. Sie wuschen, schabten, webten, hüteten das Vieh, ernteten das Getreide, arbeiteten an den Werkzeugmaschinen und waren Dienstleute oder Köche. Sie glaubten aufrichtig, daß außer der Tätigkeit, die die Auserwählten als Sklavenarbeit bezeichneten, sie keinerlei andere Aufgaben lösten. Das alles hatte Guan-Los Zauber bewirkt.

Kommandant Baan-Nu war Menvite, ein Prototyp der Auserwählten. Hoch von Wuchs und kräftig gebaut, trug er stolz den großen runden Kopf auf seinen breiten Schultern.

Alle Menviten waren stattliche, schöne Menschen, die begeistert Sport trieben. Auch für elegante Kleidung hatten sie eine Vorliebe. Ihre Gewänder mußten festlich sein und gut sitzen, sonst bekam jeder Menvite so schlechte Laune, daß ihn nicht einmal tausend Spaßvögel aufzuheitern vermochten.

Baan-Nus Gesicht hätte sogar sympathisch gewirkt, wäre nicht der eiskalte Ausdruck gewesen, der die Augen starr und unbeweglich erscheinen ließ.

Die Menviten waren von sich überzeugt, doch so einen Gesichtsausdruck bekommt man nicht nur, wenn man sich allen anderen gegenüber hoffärtig benimmt. Sie hatten den Arsaken einfach viel Böses angetan, hatten ihnen ihren Willen aufgezwungen, und je mehr schlechte Taten die Auserwählten begingen, desto kälter wurden ihre Augen.

Ilsor kannte die hypnotische Wirkung des menvitischen Blickes. Er wußte, daß man, wenn man vor einem Auserwählten stand, willenlos wurde, ihm wie ein Sklave gehorchte und alles vergaß, außer der Tatsache, daß man Sklave war und vor einem Herrn stand.

Unter den schlafenden Raumschiffern waren auch Arsaken: Schlosser, Bohrarbeiter, Elektriker, Bauarbeiter, ohne die die Menviten auf der Erde ihr Basislager gar nicht aufbauen könnten.

Ilsor sollte die Arbeit der Arsaken unter den bisher unbekannten irdischen Bedingungen leiten. Er war als Cheftechniker vorgesehen und sollte außerdem General Baan-Nu zu Diensten sein.

Die Menviten vertrauten Ilsor. Er war unendlich gutmütig und war der gehorsamste aller Sklaven. Es gab keine Arbeit, die er nicht gemeistert hätte. Er würde niemals entfliehen, weil er das einfach nicht fertigbrächte, ohne zuvor um Erlaubnis zu bitten, dachten die Menviten.

Derweilen war Ilsor endgültig erwacht und sprang von der Luftmatratze.

Er verneigte sich tief vor Baan-Nu, der die Kajüte des Arztes betrat: „Mein General, ich diene Ihnen mit Freuden."

„Ich weiß." Der General winkte geringschätzig ab, obwohl er innerlich jubelte, weil Ilsor nun umgehend sein Äußeres in Ordnung bringen würde. „Ich weiß", wiederholte er, „du bist mir grenzenlos ergeben."

Ilsor neigte den Kopf als Zeichen des Einverständnisses, fand jedoch, daß dies der Ehre zu wenig sei, und verneigte sich hastig noch einmal zum Boden.

 

An bord des Sternschiffs

Die Astronomen von Rameria, die die verschiedenen Planeten durch Höchstleistungsteleskope beobachteten, interessierten sich seit langem für die Erde oder für Belliora, wie sie den Planeten in ihrer Sprache nannten. Sie behaupteten, daß sich die Belliora in ihrer Natur nicht von Rameria unterscheide.

Die Abgesandten des Planeten Rameria sollten herausfinden, ob es auf der Erde Leben gibt. Doch der Flug der „Diavona" war nicht als wissenschaftliche Expedition geplant.

Die Menviten hatten ein militärisches Ziel im Auge: Sie wollten sich den neuen Planeten unterwerfen.

Die Bremstriebwerke waren bereits eingeschaltet, Ilsor erriet das an dem leichten Vibrieren des Raumschiffs. Der Arzt Lon-Gor begann die Besatzung zu wecken.

Sofort wurde es in den Sektionen des Sternschiffs, die bislang öde und verlassen gewirkt hatten, eng. Die Astronomen, Geologen, Ingenieure und Flieger, die aus ihrem siebzehn Jahre währenden Schlaf geweckt worden waren, kamen zum Vorschein, streckten sich und gähnten. Nur die Arbeiter, die Arsaken, blieben an ihren Plätzen, denn es war ihnen nicht gestattet, sich vom Fleck zu rühren. Das Raumschiff erinnerte jetzt an einen aufgeschreckten Ameisenhaufen, die Leute rannten ziellos hin und her.

Nachdem die Erwachten ein wenig zu sich gekommen waren, versammelte Baan-Nu die Menviten im Vorführungssaal des Raumschiffs.

„Vornehme Brüder!" wandte er sich feierlich an die Versammelten. „Uns wurde eine großartige Aufgabe übertragen, die Eroberung des Planeten Belliora. Nach den Prognosen unserer Astronomen soll es ein blühendes Land sein."

Auf Rameria gab es als Spielzeug kleine Götter mit wackelnden Köpfen. Die Arsaken hatten sie für die Kinder der Menviten aus Stein geschnitten. Alle Raumschiffer nickten nun sofort wie diese gehorsamen kleinen Götter mit den Köpfen zum Zeichen ihres Einverständnisses. Der General fuhr fort:

„Unsere Aufgabe ist denkbar einfach. Wir landen an irgendeinem Ort auf Belliora und erbauen dort eine Stadt."

Baan-Nu hätte das nicht so einfach ausgedrückt, wenn nicht der Pilot gewesen wäre. Der Kommandant liebte nämlich schillernde Beschreibungen aller Gefahren, sowohl bereits vergangener als noch bevorstehender, aber Kau-Ruck hatte keinen Sinn für lange Geschichten. Der Pilot schüttelte den Kopf. Nicht wie ein gehorsamer Gott. Ihm kamen Zweifel bei den Worten des Kommandanten.

„Und wenn Belliora bewohnt ist?" fragte er.

„Nach den vorläufigen Ermittlungen gibt es dort kein Leben", entgegnete Baan-Nu.

„Und wenn es dort trotzdem Leben gibt?" beharrte der Pilot. „Die Astronomen behaupteten: Belliora ist ein blühender Planet. Dann kann es dort auch menschenähnliche Lebewesen geben."

„Um so schlimmer für sie!" sagte der General hart, hochfahrend, wie das für Eroberer charakteristisch ist. „Wir werden den größeren Teil der Bewohner vernichten und machen die anderen zu Sklaven, wie wir das bereits mit den Arsaken getan haben. Sie werden uns genauso ergeben dienen wie jene", fügte er gereizt hinzu.

Kau-Ruck neigte zustimmend den Kopf, denn er wollte den Kommandanten nicht verärgern.

„Doch darum geht es gar nicht", sagte Baan-Nu, der sich wieder beruhigt hatte.

„Belliora liegt unmittelbar vor uns. Unser Raumschiff wird es viele Male umkreisen.

Wir werden Belliora auf unseren Monitoren sehen und mit unseren TV-Kameras fotografieren. Die Physiker werden in unterschiedlicher Höhe Luftproben machen und den atmosphärischen Druck bestimmen. Die Mathematiker werden die Schwerkraft berechnen. Also an die Arbeit."

Zunächst einmal zogen die Techniker, unter ihnen 11sor, Raumanzüge an und stiegen durch die Schleuse in den Weltraum aus, um den Mantel des Sternschiffs zu überprüfen.

Die ursprünglich spiegelglatte Oberfläche wies Dellen und Furchen auf. Das waren Spuren von Weltraumstaub und Meteoritensplittern. Ein unsichtbarer Ziseleur schien das Raumschiff Zentimeter für Zentimeter siebzehn lange Jahre bearbeitet und mit einem rätselhaften Ornament verziert zu haben. Die Dellen kamen den Raumschiffern zupasse, als sie jetzt aus Pulverisatoren eine sehr dünne feuerbeständige Schutzschicht auf das Sternschiff auftrugen. Ohne eine solche Schicht würde es beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Diese Schutzschicht war von Ilsor entwickelt worden und schützte das Schiff nicht nur gegen Feuer, sondern machte es auch unerreichbar für Radiowellen, falls es auf der Erde Ortungsgeräte geben sollte, die solche Wellen aussendeten.

 

Einige ereignisse, die Urfin Juice betreffen

Während die Außerirdischen am Himmel dahinflogen, ging das Leben im Zauberland seinen Gang. Dort begaben sich ganz alltägliche Dinge. Mit Urfin Juice war allerdings eine große Veränderung vor sich gegangen. Er hatte nicht nur seinen Wohnsitz gewechselt - früher hatte er im Land der Käuer im Walde gewohnt, jetzt wohnte er im Tal, am Fuß der Weltumspannenden Berge. Die größte Veränderung war jedoch mit dem Menschen Urfin vor sich gegangen. Er hatte sich so grundlegend gewandelt, daß man meinen konnte, er sei zum zweiten Mal geboren worden. Der Gesichtsausdruck dieses neuen Einwohners im Lande von Hurrikap war nicht mehr bösartig. Wenn man bedenkt, daß der Charakter eines Menschen sich in seiner Arbeit spiegelt, so ließ sich unschwer erkennen - mit Uran war ein Wunder geschehen. Statt des häßlichen, finsteren Spielzeugs, das früher die Kinder erschreckt hatte, bosselte er jetzt lustige Puppen, kleine Tiere und Clowns und schenkte sie den Zwergen.

Urfin hatte übrigens auch ein Geschenk vom Eisernen Holzfäller bekommen. Im Land der Zwinkerer, das bekannt ist für seine kunstfertigen Meister, hatte man für Juice ein Teleskop gebaut. Urfin errichtete flugs neben seinem Haus einen Turm und befestigte das Teleskop daran. Nun konnte er abends den Himmel beobachten. So bemerkte er denn auch durch sein Teleskop die „Diavona". Natürlich konnte er auf die große Entfernung nicht erkennen, daß es ein Raumschiff war. Er gewahrte lediglich einen winzigen blinkenden Stern. Wahrscheinlich hätte Urfin ihn gar nicht weiter beachtet, wenn dieser Stern nicht in allen Regenbogenfarben geflimmert hätte. Aus diesem Grund beobachtete er ihn mehrere Abende. Von Tag zu Tag verstärkte sich das rote Licht, und der Stern wurde größer. Das war so ungewöhnlich, daß Urfin seine Beobachtungen fortsetzte. Daß das Objekt ein Raumschiff sein könnte, kam ihm allerdings noch immer nicht in den Sinn. Das rote Licht strahlte immer intensiver, weil der Pilot Kau-Ruck auf der. „Diavona" ein Bremstriebwerk nach dem anderen zündete - zwei, fünf, zehn – bis schließlich alle geschaltet waren. Die Außerirdischen näherten sich der Erde, wobei die hohe Geschwindigkeit des Raumschiffs gebremst wurde. Das war notwendig, um die Belliora umkreisen zu können.

 

Die Unbekannte Erde

Die „Diavona" näherte sich also bei ihren Erdumkreisungen immer mehr dem Planeten. Die automatischen TV-Kameras an Bord wurden auf die Belliora gerichtet und eingeschaltet. Auf den Monitoren im Kartenraum des Kommandanten zeichneten sich ebenso wie im Saal, wo sich die Menviten versammelt hatten, die hellblauen Umrisse des unbekannten Planeten ab. Die Außerirdischen betrachteten die Flecke der ih nen unbekannten Ozeane, Meere, dunklen Gebirge, gelben Wüsten, grünen Täler und Wälder. Der lange Flug hatte ihre Gefühle zwar abgestumpft, doch jetzt erfaßte die Raumfahrer Erregung, und. im Unterbewußtsein blitzte ein beunruhigender Gedanke auf:

„Was wird uns hier erwarten?"

Baan-Nu drückte auf die Vergrößerungstaste. Plötzlich sah man auf den Monitoren große Städte mit vielstöckigen Gebäuden, Betriebe, Flughäfen und Schiffe. Im selben Augenblick ertönte die Stimme des Kommandanten: „Achtung! Tarnen!"

Die „Diavona" stieß wie eine Krake aus einer Luke im Sternschiff eine dunkle Tarnwolke aus, die das Raumschiff einhüllte. Nun würde kein einziges Teleskop das riesige Sternschiff vom Rameria entdecken können. Statt dessen erblickte unser Astronom auf Belliora einen formlosen dunklen Körper, doch was er zu bedeuten hatte, konnte nicht einmal ein Weiser erraten. In absoluter Sicherheit näherte sich das Raumschiff der Erde.

Die Abgesandten von Rameria betrachteten unruhig den unbekannten Planeten. Ihre blassen Gesichter verfinsterten sich. Baan-Nu und seine Untergebenen erblickten Eisenbahnlinien, Kanäle, bestellte Felder und mächtige Befestigungen. In den großen Häfen lagen riesige Schiffe vor Anker, von deren Deck Geschützrohre drohend zum Himmel gerichtet waren. Unter den Fremdlingen, die überzeugt gewesen waren, daß die Erde unbewohnt sei, machten sich Betroffenheit und Unsicherheit breit.

Düster sagte der General:

„Diese Zivilisation werden wir nicht mit einem Schlag in die Knie zwingen können. Und an jedem x-beliebigen Ort können wir auch nicht landen: Die Diavona' würde abgeschossen werden, bevor wir überhaupt die Ausstiegsluke öffnen."

Als echter Menvite und Eroberer glaubte Baan-Nu, daß die Besucher aus dem Weltraum auf Belliora mit Waffengeklirr empfangen würden. So hätte sich nämlich die Bevölkerung auf Rameria verhalten, wenn ein fremdes Raumschiff auf ihrem Planeten gelandet wäre.

Die Menviten beschlossen, einen stillen Ort fern von den Großstädten, Hochseehäfen und mächtigen Befestigungen ausfindig zu machen. Dort wollten sie sich vorläufig verbergen, bis die von Ilsor beaufsichtigten Arbeiter die Hubschrauber montiert hätten: Von Bord der Helikopter aus konnte man leicht die Umgebung erkunden.

Noch immer umkreiste das Raumschiff die Belliora. Die Beobachtungen wurden fortgesetzt. Luftproben ergaben, daß sich die Erdatmosphäre wenig von der Atmosphäre auf Rameria unterschied und für die Atmungsorgane der Außerirdischen geeignet war. Wenigstens das war beruhigend, denn keiner könnte Monate oder gar Jahre in Raumanzügen auf einem fremden Planeten leben.

Endlich hatten die Abgesandten von Rameria Glück. Mitten in einer endlosen Wüste entdeckten sie ein großes waldiges Tal, umgeben von einem Ring hoher Berge mit verschneiten Gletschern. Mehrere Male zog das Sternschiff über das Tal hin.

Ununterbrochen surrten die TV-Kameras. Es blieb kein Zweifel. Zwischen Wäldern und Feldern konnte man Dörfer mit winzigen Häusern erkennen, und in der Mitte ragte eine wunderschöne Stadt auf, deren Türme und Mauern in einem eigentümlichen, sehr schönen grünen Licht prangten. Nirgendwo war eine Befestigung oder ein Fort zu sehen, nirgends ragten stählerne Kanonenrohre in den Himmel, deren Anblick die Menviten bei ihren ersten Erdumkreisungen so unangenehm überrascht hatte.

Baan-Nu und seine Untergebenen lebten auf. Der General wies zum Monitor, auf dem die stillen Dörfer und die wunderschöne Stadt zu sehen waren, und sagte befriedigt:

„Ein passendes Land! Hier werden wir unseren Stützpunkt einrichten."

Er wußte nicht, daß es ein Zauberland war.

 

Читайте по ссылке продолжение сказки Александра Волкова «Тайна заброшенного замка» (Das Geheimnis des verlassenen Schlosses) на немецком языке. Весь список сказок разных писателей вы найдёте в разделе «Сказки на немецком языке».

 

французский

испанский

португальский

польский

чешский

словацкий

венгерский

румынский

болгарский

словенский

сербский

хорватский

македонский

иврит

турецкий

арабский

фарси

урду

пушту

молдавский

украинский

белорусский

русский

грузинский

армянский

азербайджанский

узбекский

казахский

киргизский

монгольский

Изучение иностранных языков - новое

Уроки иностранных языков онлайн

Как Вы узнали о наших курсах иностранных языков?